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Mittendrin in Europa! – Brüssel live erleben |
Gemeinsam mit 17 weiteren TeilnehmerInnen und den beiden Teamerinnen Anne Bretschneider und Ilona Kruse besuchten wir vom 9. bis 12. Oktober 2008 Belgiens Hauptstadt.  Dieses Seminar stand ganz im Zeichen der anstehenden Europawahlen in 2009 und so starteten wir nach einer kurzen Kennlernrunde mit einem Besuch des Europäischen Parlaments in den ersten Tag. In einem persönlichen Gespräch und der Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen, erhielten wir Einblicke in die tägliche Arbeit des Abgeordneten Thomas Mann.
Im Anschluss erfuhren wir durch den Besucherdienst des Parlaments, wie die Institutionen der EU arbeiten, wie sie aufgebaut sind und welchen Weg Gesetze durchlaufen müssen, ehe sie bei uns in Kraft treten können – bei weitem umfangreicher und zeitaufwändiger als gedacht! Mittags ging es in die hauseigene Kantine, frisch gestärkt danach in die Bayrische Landesvertretung. Mir war völlig neu, dass sogar jedes Bundesland in Brüssel eine eigene Landesvertretung hat! „Unnötig“ könnte man denken, aber wir wurden eines besseren belehrt. Als nächsten Programmpunkt freuten wir uns auf eine Stadtführung durch Brüssel – bestens organisiert startete diese direkt im Parlamentsviertel: zu Fuß, bei herrlichem Sonnenschein und in english, please. Unser Guide konnte mit vielen Zahlen rund um die EU und Brüssel beeindrucken und hatte eine charmante Art, jeden mit in die Führung einzubeziehen. Im Herzen der Stadt, am Grand-Place, endete seine Tour. Der späte Nachmittag gehörte uns, jeder genoss die freie Zeit.
 Gerade mal 24 Stunden in der Stadt und wir waren voller neuer (politischer) Eindrücke.
Den theoretischen Input setzten wir am zweiten Tag gleich in Aktion um: Wir simulierten das europäische Gesetzgebungsverfahren in einem Planspiel und mussten erfahren, dass Politik echte Arbeit bedeutet. Soll der Gesetzesentwurf am Ende nicht im Papierkorb landen, sind Einigungen konträrer Positionen oft nur durch Kompromisse und so manche Diskussionen möglich. Da wundert es auch nicht, dass wir für das Spiel über sechs Stunden benötigten – in der Realität können daraus gern mal sechs Jahre werden!
Unsere rauchenden Köpfe freuten sich im Anschluss auf den Besuch des Atomiums, welch gigantische Konstruktion. Mich beeindruckte der Blick aus der obersten Atomkugel am meisten. An unserem Abschiedsabend aßen wir richtig lecker in einem thailändischen Restaurant. Wer wollte, konnte danach noch in einen Club das Brüsseler Nachtleben kennen lernen.
 Am Heimreisetag nutzten wir die Vormittagsstunden für einen Besuch im Belgian Comic Strip Center – dem Comic Museum im Jugendstil. Bei einem geführten Rundgang tauchten wir in die Welt der Klassiker von Tim und Struppi, den Schlümpfen & Co ein. In Belgien, Brüssel ist auch die inoffizielle Hauptstadt des Comics, sind aber auch Comics spezielle für Erwachsene sehr beliebt.
„Au revoir“ hieß es am zeitigen Nachmittag, als wir mit dem Zug gen Heimat starteten und uns somit wieder über das gesamte Bundesgebiet verteilten. Mein Fazit: Politik ist weit anstrengender als gedacht, jeder einzelne Abgeordnete hat eine enorme Verantwortung zu tragen, da er Entscheidungen fällen muss, die jedem EU-Bürger gerecht werden sollten. Ein dickes Lob an unsere Teamerinnen, die das Seminar 1A vorbereiteten, umsetzten und durch ihr Know-How in Sachen Politik offenen Fragen unsererseits auf den Grund gehen konnten.
Karen Hildebrandt, Teilnehmerin des Seminars
Hier geht´s zur Fotogalerie des Seminars in Brüssel!
Dieses Projekt wurde im Rahmen des Aktionsprogramms für mehr Jugendbeteiligung aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes gefördert. Das Aktionsprogramm ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutschen Bundesjugendrings.
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